Welcher Konfession gehört man an?

Mit dem Begriff Konfession wird eine Untergruppe innerhalb einer Religionsgemeinschaft bezeichnet. Hierbei unterscheiden sich die verschiedenen Konfessionen durch Praxis, Organisation und Lehre von den anderen. Der Begriff entsprang dem Christentum und bezeichnete ursprünglich die Zusammenfassung verschiedener Glaubenssätze.

Somit kann der Begriff „Konfession“ auch genutzt werden, um verschiedene christliche Richtungen zu beschreiben, die sich bedingt durch ein gemeinsames Bekenntnis von anderen Richtungen des christlichen Glaubens unterscheiden. Daher werden heute auch verschiedene christliche Grupperungen und christliche Kirchen in Konfessionen unterteilt. In den Bevölkerungsstatistiken wird der Begriff genutzt um die allgemeine Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft zu benennen.

Christliche Konfessionen

Es gibt in der christlichen Religion drei Hauptkonfessionen:

  • Die römische-katholische Kirche
  • Die evangelische Kirche
  • Die orthodoxe Kirche
Das Christentum ist durch seine Konfessionen geprägt

Das Christentum ist durch seine Konfessionen geprägt

Die drei Hauptkonfessionen werden erneut aufgespalten und unterteilen sich in verschiedene Richtungen. So wurde die evangelische Kirche bereits zur Reformationszeit in eine täuferische, reformierte und lutherische Konfession unterteilt.

Darüber hinaus zählen die anglikanische, methodistische und baptistische Kirche zu der evangelischen Konfession. Strikt davon zu trennen sind christliche Bewegungen, die nicht als Konfession geführt werden. Dazu zählen beispielsweise die Charismatische Erneuerung, der Evangelikalismus und der Pietismus. Diese Bewegung haben keine klar definierten Grenzen und agieren konfessionsübergreifend. Die katholische Kirche wird unter anderem in die katholischen Ostkirchen, die altkatholischen Kirche und die altkatholische Kirchen der Utrechter Union unterteilt.

Konfessionen außerhalb des christlichen Glaubens

Obwohl der Begriff der Konfession dem christlichen Glauben entsprungen ist und vor allem dessen einzelne Untergruppen bezeichnet, findet der Begriff mittlerweile auch Verwendung für andere Religionen. Der Begriff ist als allgemeine Beschreibung einer Religionszugehörigkeit avanciert. Somit wird der Begriff auch angewendet, um auszudrücken, dass jemand beispielsweise muslimisch, jüdisch oder hinduistisch ist. Auch für Sekten wird der Begriff mittlerweile genutzt, was allerdings stark umstritten ist. Viele Autoren sind der Meinung, dass der Begriff der Konfession nur auf die christlichen Religionen zu beschränken sei, da dies sonst faktisch falsch ist.

Konfessionslosigkeit

Menschen, die keiner Religion angehören werden gemeinhin als konfessionslos bezeichnet. Auch hier wird der Begriff auf alle religiösen Gruppen bezogen aber vereinzelt auch nur auf den christlichen Glauben. Behördlich gesehen wird der Begriff genutzt, um anzugeben, dass man keiner Glaubensgemeinschaft, egal ob christlich oder nicht, angehört.

Was bedeutet es wenn man konfessionslos ist?

Ein Mensch der konfessionslos ist, gehört keiner Konfession, also keinem Glauben an. Es gibt darunter Menschen, die an gar nichts glauben und Menschen, die zwar religiös sind und an einen Gott glauben, aber kein offizielles Mitglied in einer Glaubensgemeinschaft sind. Viele dieser Konfessionslosen sind Atheisten, Nihilisten oder Agnostiker.

Was ist der Unterschied zwischen Konfessionslosen, Atheisten, Agnostikern und Nihilisten?

Während jemand, der konfessionslos ist, durchaus gläubig sein kann, glaubt ein Atheist, dass es keinen Gott bzw. keine Götter gibt. Das Wort Atheismus leitet sich vom altgriechischen átheos ab und bedeutet “ohne Gott”.

Der Agnostiker

Ein Agnostiker ist der Ansicht, dass man nicht wissen kann, ob es einen Gott gibt und lehnt die Existenz eines Gottes weder ab, noch glaubt er an sie. Das Wort Agnostizismus stammt vom altgriechischen Wort a-gnoein für “nicht wissen” ab.

Der Nihilist

Der Nihilist schließlich verneint jegliche Moralvorstellungen, Werte, Gesellschaftsordnungen etc. und somit auch die Kirche und die Religion. Ein Bekannter Vertreter des Nihilismus ist zum Beispiel Friedrich Nietzsche, der seine Ansichten unter anderem in dem Werk “Gott ist tot” ausdrückte. Das Wort Nihilismus ist angelehnt an das lateinische Wort nihil, das “nichts” bedeutet.

Konfessionslosigkeit in Deutschland

In Deutschland, wie allgemein im westlichen Europa nimmt die Zahl der Konfessionslosen seit der Auflärung zu. 1970 lag der Anteil der Konfessionlosen in Deutschland laut Statischem Bundesamt bei 3,9%. Laut Zensus 2011 liegt der Anteil bei über 35%. Aufgrund der atheistischen Einstellung der DDR ist der Anteil der Konfessionslosen in Ostdeutschland besonders hoch. Hier liegt er bei 65-80%.
In Deutschland wir die Konfession von Arbeitnehmern staatlich erfasst, um die Kirchensteuer erheben zu können. Viele Menschen treten aus der Kirche aus und werden somit konfessionslos, weil sie keine Kirchensteuer zahlen wollen und ihnen die Mitgliedschaft in einer Kirche nicht wichtig ist. Manche von ihnen treten wieder in die Kirche ein, um kirchlich heiraten oder ihr Kind taufen lassen zu können.

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